Historie Tennisklub Grün-Gold e.V. Köln

Wimbledon war gerade 50 Jahre alt geworden, Tennis in Deutschland noch längst nicht populär, - Gottfried von Cramm stand noch zehn Jahre vor seiner großen Karriere - just zu diesem Zeitpunkt, im Zenit der goldenen Zwanziger des letzten Jahrhunderts machten sich einige unentwegte Sportfreunde in Köln auf, in Ehrenfeld einen Tennisklub zu gründen.
Vorher hatte man bereits seit einiger Zeit im Ehrenfelder Bürgerverein in einer gesonderten „Tennisriege“ die Bälle gewechselt, denn im Blücherpark gab es bereits damals acht Tennisplätze – mehr als dem Klub heute zur Verfügung stehen. Fast paradiesische Zustände für die Spieler jener Zeit.

Es waren städtische Anlagen, eine mit vier Plätzen in der Senke des Blücherparks, in der heute der Fußballplatz liegt, eine weitere ebenfalls mit vier Plätzen im Bereich des heutigen Tennisklubs. Auf diesen Anlagen spielten bereits seit 1919 eifrige Sportgruppen um die Herren Wentzel und Fuchs. Das war der eigentliche Anfang der Tennistradition.

Der genaue Gründungstermin des Klubs fiel auf den 25. Oktober 1927. An diesem Tag trafen sich 34 Mitglieder der erwähnten Tennisriege, um nun ihre eigene, selbstständige Sportgemeinschaft zu gründen, nämlich den Tennisklub Grün-Gold e. V. Köln von 1927. Und wenig später, am 7. November 1927 beantragten die Herren Metze, Fuchs und Dr. Neumann als erste gewählte Vorstände beim Amtsgericht Köln die Eintragung des Klubs in das Vereinsregister.

Der Name des neuen Vereins geht allerdings auf einen Irrtum zurück, dem der Vorstand damals unterlag. Man glaubte, die Farben des Kölner Stadtteils Ehrenfeld seien Grün-Gold und nicht wie es richtig gewesen wäre Blau-Gold. Also wählte man im guten Glauben an das Ehrenfelder Bürgerbewusstsein das attraktive Farbenpaar „Grün-Gold“ als Vereinsfarben. Sie sind es bis heute geblieben und wohl keines der vielen Mitglieder seit 1927 hat dies beanstandet.

„Grün-Gold“ war von Anfang an keine fanatische Leistungsgesellschaft und auch keine Sportgemeinschaft mit profihaften Ambitionen. Man spielte schon damals aus Freude und Spaß am „weißen Sport“. Man kämpfte zwar engagiert und ambitioniert aber dennoch fair gegeneinander. Das ist bis heute so geblieben und mit dieser Philosophie ist der Klub immer gut gefahren, weil sich alle wohl fühlen - vom Anfänger bis zum Klubmeister.

In der Anfangszeit gab es kein Klubhaus, nicht einmal eine Umkleidekabine. Dazu benutzte man gezwungenermaßen einen 300 m entfernten Geräteschuppen, eine alte Holzbaracke. Die geselligen Zusammenkünfte und die Klubversammlungen fanden lange Zeit im Ehrenfelder Gasthaus Maria Kratz, einer urgemütlichen Kneipe Ecke Eichendorf- und Ottostraße statt.
Im ersten Vereinsjahr zählte man 40 Mitglieder und nach drei Jahren bereits 77 Mitglieder. Im Gründungsjahr betrug der Jahresbeitrag 35 Mark und die Aufnahmegebühr 30 Mark pro Person.

Von Anfang an wurde die Jugendarbeit groß geschrieben. Trainer gab es damals noch nicht. Dafür bemühten sich alle guten Spieler wie selbstverständlich um die sportliche Betreuung des Nachwuchses. Von den anfangs 40 Mitgliedern zählten nicht weniger als 15 zur Jugend.
Im 2. Weltkrieg wurden die Platzanlagen des Klubs völlig zerstört. Viele Mitglieder waren gefallen oder vermisst.
Nach dem Krieg versammelte der damalige Vorstand, die Herren Wortmann und Fuchs, die Überlebenden von „Grün-Gold“ im Blücherpark zum Neuanfang und Neuaufbau. Mit Spaten und Hacken rückte man den Trümmern und dem Unkraut zu Leibe. Aber alle Tatkraft, aller Idealismus waren vergebens. Leider war die Anlage durch den Bombenkrieg so zerstört, dass man sie zunächst nicht wieder aufbauen konnte.
So hatte man den Spielbetrieb übergangsweise nach Köln-Riehl auf die Tennisanlagen des Herrn Woringen verlegten müssen

Erst 1955 konnte der Tennisklub Grün-Gold in einer neuen eigenen Anlagen im Blücherpark wieder Tennis spielen. Die Stadt Köln hatte in der Senke des Blücherparks auf dem Gelände der zerstörten Tennisplätze einen Fußballplatz gebaut. Die vier Tennisplätze oberhalb wurden in privater Regie des bekannten Kölner Tennislehrers Tipp Körner wieder aufgebaut. Nach dessen plötzlichem Tod konnte der Klub seine ehemalige Anlage wieder übernehmen und mit Energie und Tatkraft ausbauen und verschönern. Dies geschah unter der Initiative des damaligen Vorsitzenden Gerd Müller. Die Platzanlage wurde zuerst auf fünf und dann schließlich auf sechs Plätze erweitert.

1956 begann man mit dem Bau eines Klubhauses. Viele Mitglieder halfen aktiv beim Aufbau mit. Das Klubhaus wurde nach Entwürfen des Architekten Friedrich Sieker gebaut. 1971 wurde es großzügig erweitert und umgebaut. Es ist ein einstöckiges Gebäude mit geräumigem Aufenthaltsraum und angeschlossener Gastronomie. Eine große Glaswand gewährt einen guten Blick auf die Platzanlage. Angeschlossen sind Dusch- und Toilettenräume sowie eine Wohnung für den Platzwart.

Im  Jahr 2007  feierte der Tennisklub Grün-Gold e. V. Köln sein 80-jähriges Bestehen. Der Klub ist auch noch nach mehr als 80 Jahren jung und lebendig geblieben. Die Tennisanlage ist attraktiv und liegt verkehrsgünstig im Blücherpark (jetzt Stadtbezirk Nippes).